Jüdische Gemeinde Ulm



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Juden in Ulm:

Die „Jüdische Gemeinde Ulm“ hat eine lange und wechselhafte Geschichte. Seit dem Mittelalter gab es in Ulm eine jüdische Gemeinde (1241/42 erstmals belegt) mit einer Synagoge im Judenhof. Während der Pest 1349 wurden die Juden verfolgt und ihre Gemeinde nahezu vernichtet. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts siedelten sich erneut Juden an, die große wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt hatten, doch 1499 aus der Stadt gewiesen wurden. Erst ab 1806 konnten Juden wieder zuziehen. Seit 1889 war Ulm Sitz eines Rabbinats. Die höchste Zahl wurde um 1880 mit 694 jüdischgläubigen Personen erreicht. 1933 lebten rund 530 Juden in Ulm. Durch Deportationen starben davon mindestens 118. Nach Kriegsende befanden sich Tausende Juden unter den „Displaced Persons“, welche sich in mehreren Flüchtlingslagern in und um Ulm aufhielten, bevor die Lager 1948 aufgelöst wurden. Fast alle Juden wanderten in den neu gegründeten Staat Israel aus. Schon seit 1990 zogen mit den Aussiedlern aus Osteuropa wieder vermehrt Juden nach Ulm, die seit 1999 auch wieder von einem Rabbiner betreut werden. 2002 wurde die jüdische Gemeinde als Filialgemeinde von Stuttgart neu gegründet und am 5. Mai des gleichen Jahres ein neues jüdisches Gemeindezentrum mit einem Gebetsraum eingeweiht, der erste seit Zerstörung der Synagoge 1938. Die jüdische Gemeinde umfasst heute ca. 450 Ulmer Bürger. Ein Zuzug jüdischer Migranten nach Ulm wird laut Vorstand der IRGW (Mai 2008) durch eine verstärkte Zuweisung jüdischer Neuzuwanderer erfolgen.[11] In Ulm besteht außer dem stillgelegten alten jüdischen Friedhof, an den seit 1987 ein Gedenkstein erinnert, heute noch eine jüdische Abteilung auf dem Stadtfriedhof. Ein Förderverein engagiert sich für den Neubau einer Synagoge in der Stadt, für das die Stadt ein Grundstück direkt an dem alten Synagogenplatz bereithält.

Quelle: wikipedia


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