Juden in Berlin

[Gebundene Ausgabe]

Andreas Nachama (Herausgeber), Julius H Schoeps (Herausgeber), Hermann Simon (Herausgeber)

Buchbeschreibung

Wenn sich auch in der deutschen Hauptstadt Berlin wieder jüdisches Leben regt, so darf doch nicht vergessen werden, dass dies im Vergleich zur Zeit vor 1933 nur ein bescheidener Neuanfang ist. Zwischen unserer Gegenwart und der Vergangenheit des deutschen Judentums steht der Holocaust, die große Katastrophe der deutschen Geschichte, welche die Kontinuität zunächst aufs radikalste unterbrach. In keiner anderen deutschen Stadt, ja vielleicht der Welt, hatte sich das Judentum und die jüdische Kultur derart auf der Höhe ihrer Zeit entwickelt wie in der Metropole Berlin.
Ausführlich wird die Entwicklung des jüdischen Lebens im mittelalterlichen und neuzeitlichen Berlin mit der zentralen Gestalt des Philosophen und Unternehmers Moses Mendelssohn geschildert, der gewissermaßen die Zeitenwende für die europäisch-jüdische Geschichte repräsentiert (Claudia-Ann Flumenbaum). Der bekannte Historiker Julius H. Schoeps geht der Konsolidierung der jüdischen Gemeinschaft Berlins bis zur Kaiserzeit nach. Schon dieser Assimilationsprozess war sehr schmerzhaft. Die großen Fragen aber tauchten verstärkt während des Kaiserreichs auf: die Gestaltung einer großstädtischen Gemeinde unter dem Vorzeichen religiöser Pluralität und der Kampf gegen den modernen Rassismus, der die Identitätsfrage jüdischer Existenz geradezu fundamental verschärfte (Chana C. Schütz). Michael Brenner bietet neue Einsichten in die letzten 15 Jahre vor der NS-Diktatur, welcher sich wiederum Hermann Simons Beitrag widmet. Simon zeigte gerade im Jahr 2000 im Centrum Judaicum zu Berlin eine Ausstellung zum jüdischen Leben in Berlin 1933 - 45. Er wirft auch ein Licht auf das Leben der "Illegalen", die sich in Berlin verstecken konnten und daher überlebten. Weniger als 5 % der vormals 160.000 Berliner Juden haben die Befreiung 1945 erlebt. Den zaghaften Schritten des Neuanfangs jüdischen Lebens in Berlin geht schließlich Andreas Nachama als Chronist einfühlsam nach.
Opulent ist das Buch, mit zahlreichen Bildern und Dokumenten, bisweilen sogar mit doppelseitigen Farbdrucken von Gemälden und Porträts Berliner Juden ausgestattet. Eine ausführliche, tabellarische Chronik, sowie eine Auswahlbibliografie und ein Personenregister runden die Publikation ab. --Adalbert J. Osterried


Produktinformation
Gebundene Ausgabe: 264 Seiten
Verlag: Henschel; Auflage: 2 (Januar 2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3894873361
ISBN-13: 978-3894873363